Sehr wertvolles Geläut, insbesondere aufgrund der grossen, klangvollen Glocken des Churer Giessers Mathis Rageth, dessen reich mit Rocaillen geschmückte Werke nicht mehr zahlreich erhalten sind. Die zweitgrösste Glocke wurde gemäss ihrer Inschrift „auf Kosten beider Confessionen“ gegossen, also in einer Zeit, als die Kirche paritätisch genutzt wurde.
Eines der grössten Dorfkirchengeläute der Welt, das nach der grossen Berner Münsterglocke die zweitschwerste Glocke des Landes enthält. Zu diesem eindrücklichen Ausnahmezustand kam es unter anderem infolge eines zeittypischen Wetteifers zwischen den Konfessionen.
Eines der zahlreichen Grossgeläute, die in den 1930er-Jahren in den Kanton St. Gallen geliefert wurden, wo damals ein regelrechtes Grossglockenfieber ausbrach. Das Geläute erklingt im reinen Dur-Akkord-Motiv, wie es vor allem im 19. Jahrhundert beliebt und in der Zwischenkriegszeit bereits aus der Mode gekommen war.
Stattliches Gesamtgeläute, das auf dem damals besonders geschätzten Sextakkord basiert. Die klassizistische Glockenzier und die charakteristischen, für ihre Zeit sehr modernen Inschriftlettern wurden vom bedeutenden Architekturbüro Curjel & Moser in Karlsruhe entworfen, das die Kirche erbaute.
Riesenhaftes und tontiefes Geläute, aufgehängt in einem eindrücklichen, gut sichtbaren Stahlglockenstuhl, der alleine schon über 10 Tonnen wiegt. Fundiert wird das Geläute, das sich durch einen charakteristischen Halbtonschritt zwischen den beiden kleinen Glocken auszeichnet, von der schwersten jemals bei Rüetschi in Aarau gegossenen Glocke. Sie wurde ursprünglich wie ihre Schwestern bereits 1926 hergestellt und 1958 umgegossen.
Mächtiges und klangvolles Geläut, das trotz seiner stattlichen Grösse allein im südlichen der beiden Türme untergebracht ist. Von den alten Glocken hat nur eine den Brand der Kirche 1882 überdauert. Heute wird sie ergänzt durch sechs modern gestaltete Glocken, die von einem der angesehensten Glockengiesser der Nachkriegszeit stammen, der in Deutschland zahlreiche, vielstimmige Domgeläute geschaffen hat.
Sehr tontiefes Akkord-Geläut, das trotz seiner Grösse im massigen Vierungsturm gut Platz findet. Der Guss dieser individuell und künstlerisch gestalteten Glocken war damals ein Höhepunkt in der Geschichte der Glockengiesserei Rüetschi, die hiermit das bis dahin schwerste einheitliche Gesamtgeläut der Schweiz geliefert hatte. Auch bis heute hat kein jüngeres reformiertes Geläut des Landes diese Tontiefe erreicht.
Überaus eindrückliches, gewaltiges Ensemble der Barockzeit von weitem Tonumfang und verschiedenen Giessern, die grösstenteils in der Bodenseeregion tätig waren. Die beiden grossen Glocken läuten im rechten Turm der Ostfassade und sind bedeutende Zeugnisse der Zuger Glockengiesser Keiser, und die Dreifaltigkeitsglocke übertrifft sogar die Berner Münsterglocke an Tontiefe.
Sehr warm tönender Glockenchor, wohl das geschlossenste der zahlreichen Grossgeläute der Stadt. Die auf dem Sextakkord aufbauende Schlagtonfolge passt mit ihrer tontiefen Festlichkeit gerade zum modernen Neubarock dieser prächtigen Kirche besonders gut.
Grösstes Geläut der Giesserei von Jakob Egger, der ursprünglich in Thal goss und die Niederlassung später nach Staad verlegte. Hier wechselte die Glockengiesserei bis zu ihrer Schliessung 1940 noch mehrfach den Namen und den Betriebsleiter, und auch die Typen der dort gegossenen Glocken unterschieden sich je nach Leitung der Firma.
Historisch bedeutendes Geläut von sechs Glocken aus ganz unterschiedlichen Zeiten. Die beiden grossen Glocken stammen von lothringischen Wandergiessern, die damals in den östlichen Landesteilen unterwegs waren. Sie hängen seit dem Kirchenumbau 1940 nun bereits in ihrem dritten Turm, nachdem sie ursprünglich für die Kreuzkirche ausserhalb des Städtchens gegossen und 1870 umquartiert worden waren.