Armee-Chef prüft Pikett-WK
Armeechef André Blattmann
Der Bundesrat ernannte André Blattmann am 25. Februar 2009 zum neuen Chef der Schweizer Armee. Blattmann hatte sich im Vorfeld der Neubesetzung des höchsten Postens in der Schweizer Armee zurückgehalten - aber nur, was seine eigene Person betraf. Mehr
Armeechef André Blattmann denkt über neue Dienstmodelle nach, zum Beispiel über einen Wiederholungskurs (WK) auf Abruf. Als mögliche Gefahr für die Schweiz bezeichnet er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und dem «Bund» Migrationsströme, etwa aus Griechenland.
Gefährdung durch Finanzkrise
«Auch in Europa können Situationen entstehen, die wir uns heute gar nicht vorstellen können», sagt Blattmann in dem Zeitungsinterview. «Denken Sie nur an die wirtschaftliche Situation in Griechenland: Plötzlich steht in einem EU-Land der Staat vor dem Bankrott.»
Armeeeinsatz bei «Migrationsströmen»
Es seien durchaus Situationen vorstellbar, in denen die Armee die Infrastruktur schützen müsse. Auch grosse Migrationsströme könnten einen Einsatz nötig machen. Dann brauche man eine Institution wie die Armee, die helfen könne, Sicherheit zu gewähren. Der neue sicherheitspolitische Bericht, der Ende März vorgestellt wird, werde auf solche Szenarien eingehen.
Armeebericht zu neuen Dienstmodellen
Parallel dazu werde ein Armeebericht aufzeigen, welche Dienstmodelle künftig vorstellbar seien. Man könnte die Dauer der Rekrutenschulen und Wiederholungskurse ändern - etwa längere RS und kürzere WK. Oder man könnte die RS modular aufbauen, so dass die Rekruten jeweils für kurze Ausbildungseinheiten einrücken.
«Denkbar wäre auch, dass man statt herkömmlicher WK einen Pikett-WK macht», sagt Blattmann. Der Soldat müsste bei seinem Arbeitgeber sicherstellen, dass er während dreier bestimmter Wochen pro Jahr in den Dienst abberufen werden könne - wenn etwa die Sicherheitslage einen Einsatz nötig machen würde. (luek, sda)
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