Starke Nachbeben erschüttern Chile
Aus Angst vor einem Tsunami flüchten Bewohner von Valparaiso bergauf. (Reuters)
Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile haben erneut mehrere Nachbeben Chile erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das heftigste Beben eine Stärke von 7,2. Das Epizentrum lag 150 Kilometer südlich von der Hauptstadt Santiago.
Es waren vor allem in der Hauptstadt zu spüren, aber auch in Valparaíso. Dort machten sich Politiker gerade an die Amtseinführung des neuen chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera. Dieser hat unterdessen den Amtseid abgelegt.
Warnung vor Tsunami
Nach den erneuten Beben warnten die chilenischen Behörden vor einer Flutwelle im Pazifik. Bewohner küstennaher Orte wurden aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben.
Über mögliche neue Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Tausende Menschen rannten aus ihren Häusern auf die Strassen, als wiederholt die Erde bebte, wie Korrespondenten aus der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile berichteten.
Erde bebt kurz vor Präsidenten-Eid
Auch die Teilnehmer der Amtseinführung des neuen Präsidenten Sebastián Piñera in Valparaiso wurden aufgeschreckt. Zur Zeremonie waren auch viele ausländische Staatschefs ins Parlament gekommen.
Die Erde bebte nur Minuten vor der Amtsübernahme. Mit besorgten Gesichtern und nervös lachend schauten viele Menschen auf die Kronleuchter, die an der Decke des Parlamentssaales schwankten.
Auch in den Fernsehstudios sahen sich die Nachrichtensprecher besorgt um, als das Bild zu wackeln begann. Trotz des Bebens wurde Piñera in der Hafenstadt wie geplant vereidigt. Das Parlamentsgebäude wurde unmittelbar danach wegen der Tsunami-Warnung geräumt.
Piñera vor schwieriger Aufgabe
Der rechtsgerichtete Milliardär Piñera folgt auf die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet, die laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte. Drängendste Aufgabe dürfte für ihn zunächst die Bewältigung der Folgen des schweren Erdbebens von Ende Februar sein.
Als erste Amtshandlung wollte Piñera in die Küstenstadt Constitución reisen, die am 27. Februar von dem Beben und dem darauffolgenden Tsunami teilweise zerstört wurde. Bei dem Erdbeben waren knapp 500 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt sind Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.
Bachelet hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten werde bis zu vier Jahre dauern. Das Beben hatte die Stärke 8,8 und war damit einer der schwersten jemals gemessenen Erdstösse. Seitdem gab es 268 Nachbeben, von denen der Erdstoss vom heutigen Donnerstag der bisher schwerste war. (acd, sda/dpa)
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