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Donnerstag, 4.2.2010

Markanter Einbruch der Schweizer Exportwirtschaft

Der Schweizer Handel mit dem Ausland ist 2009 eingebrochen. Die Exporte sind so stark gefallen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Zollverwaltung spricht von einem «annus horribilis», einem schrecklichen Jahr.

Dramatischer Einbruch beim Aussenhandel

Die Exporte sind so stark gefallen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Speziell am Rückgang ist vor allem das Tempo: Innerhalb von nur einem Jahr sind die Exportfirmen von einem Boom in die Flaute gestürzt. Dabei sind zahlreiche Stellen verlorengegangen. Die Statistiker der Eidgenössischen Zollverwaltung sprechen von einem «annus horribilis».  Mehr

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Der Schweizer Aussenhandel ist 2009 dramatisch eingebrochen: Besonders hart getroffen wurde die Exportwirtschaft, die den stärksten Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg hinnehmen musste. Insgesamt fiel der Aussenhandel auf das Niveau von 2006 zurück, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte.

«In erster Linie ist es natürlich schon die Weltwirtschaftskrise als Ganzes, die sich voll ausgedrückt hat – der Aussenhandel hat wirklich massiv darunter gelitten», sagte Matthias Pfammatter von der Zollverwaltung gegenüber Schweizer Radio DRS.

Exporte brachen ein
Die Ausfuhren der Schweizer Wirtschaft sind im letzten Jahr markant eingebrochen. Auf den Rekordwert im Vorjahr folgte 2009 ein Einbruch der Exporte um 12,6 Prozent auf noch 180,3 Milliarden Franken, wie die Zollverwaltung mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit 1944.

Im letzten Jahr lagen die Exporte aller Branchen unter dem Vorjahresergebnis. Besonders getroffen wurden die Metallindustrie, die Maschinen- und Elektroindustrie und die Uhrenindustrie.

Uhren- und Maschinenindustrie stark betroffen
In den Boomjahren vor 2008 konnte die Uhrenindustrie 10'000 neue Stellen schaffen, rund die Hälfte davon ist nun wieder weg, sagte Jean-Daniel Pasche, Direktor des Uhrenverbandes, gegenüber Schweizer Radio DRS.

Auch die Maschinenindustrie musste auf die herben Exporteinbussen reagieren. Viele Firmen haben während der Hochkonjunktur die Kapazitäten ausgebaut, neue Firmen und Werke eröffnet, und dabei hat die Metall und Maschinenindustrie 50'000 neue Stellen geschaffen. Hier gehen 20'000 Stellen verloren, sagte Peter Dietrich, Direktor des Branchenverbandes Swissmem, gegenüber Schweizer Radio DRS.

Nahezu schadlos hielten sich dagegen die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Chemische Industrie, die von starken Pharmaexporten profitierte.

Importe sackten ab
Auch die Importe gingen zurück. Sie brachen um 14,3 Prozent auf noch 160,1 Milliarden Franken ein. Das ist der stärkste Einbruch seit 1975. Am kräftigsten sanken die Importe von Energieträgern. Die Einfuhren von Konsumgütern nahmen nur moderat ab.

Bei Exporten wie Importen erreichte der Rückgang zur Jahresmitte seinen Höhepunkt. Im Schlussquartal lichteten sich die dunklen Wolken. Diese Erholung lässt sich besonders deutlich an den Zahlen für Dezember ablesen.

Erholung Ende Jahr
Erstmals seit 14 Monaten stiegen im letzten Monat des Jahres die Exporte wieder. Das Plus betrug 4,2 Prozent und liess die Einfuhren auf ein Volumen von 14,4 Milliarden Franken anschwellen.

Allerdings zählte der Dezember eine Arbeitstag mehr als im Vorjahr. Effektiv resultierte für Dezember demnach ein leichter Rückgang der Exporte um 0,3 Prozent. (haem/acd/renm, sda/reuters)

Glossar: Die Krise von A bis Z

Wie sich die Schweizer Wirtschaft entwickelt

Die Folgen der Wirtschaftskrise



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