Die Schulprobleme von Buben werden im eigenen Kopf verursacht. (Keystone)
Warum sind die Buben schlechter in der Schule?
Mädchen bringen bessere Noten nach Hause und machen häufiger eine Matur als Jungen, während diese öfter beim Schulpsychologen anzutreffen sind. Kritische Stimmen warnen deshalb vor einer «Krise der Jungs»: Die Buben kämen in der Schule von heute zu kurz. Der Grund liege in der „Feminisierung“ des Lehrberufs.
Zwei neue Studien widerlegen nun diese landläufige Meinung. So weist der deutsche Bildungsforscher Martin Neugebauer nach, dass die Leistungsunterschiede von Mädchen und Jungen in der Primarschule, wo hauptsächlich Frauen unterrichten, noch gar nicht existieren. Der unterschiedlichen Leistungen zeigen sich erst in der Sekundarschule und in der Pubertät.
Die Studie des Forschungsteams um Prof. Elisabeth Grünewald (Pädagogischen Hochschule Bern) und den Bildungssoziologen Andreas Hadjar (Universität Bern) zeigt nun, dass die Rollenbilder, die Jugendliche vom eigenen Geschlecht im Kopf haben, den Schulerfolg massgeblich beeinflussen.
DRS 2 erläutert die bisher unveröffentlichten Forschungsergebnisse in «Kontext» und in der «Kontext-Debatte» zum Thema.
Links
Empirische Studie: Faule Jungs und strebsame Mädchen? (Forschungsprojekt der PH Bern und Uni Bern)
Abstract der Studie (PDF) (Elisabeth Grünewald-Huber, Andreas Hadjar)
Frauen schaden Schülern nicht (Pressemitteilung zur Studie «Can teacher’s gender explain the ‘boy crisis’ in educational attainment?» dreier deutscher Forschungsinstitute)
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